Caterina Kremp, Nottingham, 19/20

 

Grundinformationen:

  • Name: Caterina Kremp
  • Hochschule: University of Nottingham
  • Stadt, Land: Nottingham, England
  • Zeitraum: 21. September 2019 bis 25. Januar 2020

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Für den Aufenthalt nützliche Links:

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Belegte Kurse:

Kurstitel
Kurssprache
BA/MA
ECTS
Beschreibung
Media & Society Englisch BA 5 In diesem Modul wird die zentrale Rolle betrachtet, die die Medien für das Verständnis und das Engagement der Menschen in der heutige Gesellschaft spielen,.. Es werden Systeme, Strukturen, Texte und der Konsum von Medientexten und die Rolle, die sie in der breiteren demokratischen Gesellschaft spielen, kritisch hinterfragt.
Producing Film and Television Englisch BA 5 Vermitteln von Perspektiven auf bestimmte Aspekte der Erzählgeschichte des Film und Fernsehens von ihren Ursprüngen bis hin zur Gegenwart. Anhand von konkreten Fallbeispielen und Materialien (z.B. Aufkommen des Tons, dem Aufstieg und Niedergang des Studiosystems in Hollywood, Live-Fernsehn) werden die besonderen Formen des Wissens, die diese hervorbringen, untersucht.
Performance Art Englisch BA 10 Behandlung der Entwicklung der Performance-Kunst von den 1950er bis zu den 1980er Jahren. Betrachten der Arbeit einer Reihe von Künstler*innen in Europa und Amerika im Hinblick auf ihren Fokus auf den Körper des*r Kunstschaffenden, die Entmaterialisierung des Kunstobjekts und die sich verändernde Rolle des Publikums oder Zuschauenden. Ebenfalls untersucht wird die Darstellung und Beziehung der Performance-Kunst zu anderen Formen der bildenden Kunst, einschließlich Tanz, experimentelle Musik und Film.
Science in Art: 1900 to the Present Englisch BA 10  

Betrachten des Einflusses der wissenschaftlichen Disziplinen auf Kunst und Theorien vom frühen zwanzigsten Jahrhundert bis heute. Untersuchung der Werke von bekannten zeitgenösischen Künstler*innen in Bezug auf Disziplinen wie Geologie, Ethnographie, Physik und Anthropologie. Auf diese Weise wird untersucht, wie Künstler*innen von Erzählungen, Konzepten und Theorien beeinflusst wurden, die außerhalb der traditionellen Grenzen der Kunst liegen.

Kommentar zur Kurswahl:

Wichtig zu wissen ist, dass 10 CP in Magdeburg 20 ETCP in England entsprechen. Da ich 30 CP für die Universität Magdeburg erreichen musste, habe ich in Nottingham vier Kurse mit insgesamt 60 ETCP belegt. Ich würde empfehlen so schnell wie möglich eine Kursauswahl zu treffen, da sonst sehr viele Kurse sehr schnell belegt sind.

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Bewerbungsverfahren an der Hochschule:

Ich habe mich für Erasmus über die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg beworben. Dazu musste ich ein Bewerbungsformular mit drei Präferenzen für Auslandsuniversitäten ausfüllen, wobei die University of Nottingham meine erste Wahl war. Nach einer Zusage für eine der Universitäten geht es an den Bewerbungsprozess direkt an der Auslandsuniversität. In Nottingham erfolgt dies auch online. Zudem muss erwähnt sein, dass man für die University of Nottingham einen speziellen Sprachtest benötigt (z.B. TOEFL, IELTS). Am Anfang war das Onlineportal etwas unübersichtlich, aber definitiv machbar. Wenn doch einmal Fragen aufkommen, kann mit den zuständigen Mitarbeitenden Kontakt aufgenommen werden. Nach meinen Erfahrungen sind diese sehr freundlich und hilfsbereit.

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Anreise:

Es gibt viele Möglichkeiten nach und von Nottingham weg zu kommen. Die einfachste ist zum East Midlands Flughafen zu fliegen. Dieser befindet sich circa 45 Minuten von Nottingham entfernt und kann mit dem Bus erreicht werden. Der Flughafen wird montags und freitags von Berlin Schönefeld angeflogen. Andere Möglichkeiten sind nach London, Birmingham oder Manchester zu fliegen und von dort ca. 2 Stunden mit dem Zug nach Nottingham zu fahren. Für den Transport vom Bahnhof bis zum Campus ist ein Uber sinnvoll.

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Organisatorisches:

Hierzu werden meine Erfahrungen wahrscheinlich nicht hilfreich sein, da zu meinem Aufenthalt der Brexit noch nicht vollzogen, jedoch schon beschlossen war.

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Empfang an der Partnerhochschule, Einschreibung, Campus und Studienort:

Der Campus dieser Universität ist der Wahnsinn! Mehr braucht man dazu eigentlich nicht zu sagen. Er ist sehr riesig und hat alles, was man braucht. Man müsste den Campus eigentlich nicht verlassen. Zudem ist er sehr grün und hat viele integrierte parkähnliche Anlagen. Die Wohnheime sind nord-westlich angesiedelt. Je nach Fakultät befinden sich die Lehrräume im Süd-Osten oder Westen des Campus. Eines der wichtigsten Gebäude ist das Portlandbuilding. Dort befinden sich wichtige Sachen wie zum Beispiel der Student-Service. Zudem sind dort viele Cafes und der Food-Court (afrikanisches, chinesisches, italienisches, amerikanischen Essen) angesiedelt. Auch der Buchhandel, Universitätsshop sowie ein kleiner Supermarkt und ein Boots (ähnlich wie Rossmann oder DM) sind dort zu finden. Besonders wichtig finde ich auch, dass es ein Healthcentre direkt auf dem Campus gibt, welches sogar einen Zahnarzt hat. Es gibt einen kostenlosen Shuttleservice über den Campus und zu den anderen Campus. Ein weiteres Highlight, wie ich finde, ist das David-Ross-Sportsvillage. Das ist ein riesiges Sportzentrum mit vielen Turnhallen, eigenem Fitnessstudio, Kletterwand, großem Kursangebot und sogar eigener Schwimmhalle. Um dies nutzen zu können, braucht man eine Mitgliedschaft, die ca. 20 Pfund im Monat kostet. Zudem bietet die Uni ein sehr breites Angebot an Sportarten an, die man sich in der Welcome-Week auf der sogenannten Welcome-Faire anschauen kann. Es gab, glaube ich, keine Sportart, die ich nicht gesehen habe, dort sollte also für jeden etwas zu finden sein. Doch nicht nur Sport wird als Freizeitaktivität von der Universität angeboten, sondern auch viele weitere kulturelle Angebote. So war ich zum Beispiel Teil der Art Society, die sich jeden Dienstag zum Zeichnen getroffen haben. Es gibt so viele verschiedene und auch außergewöhnliche Dinge wie zum Beispiel Boardgame Society, Film Society, Feminism Society, usw. Also keine Sorge, man wird definitiv etwas finden, was einem Spaß macht.

Wie gesagt, man müsste den Campus nicht verlassen, aber natürlich ist es ratsam dies zu tun! Nottingham ist etwas größer als Magdeburg, jedoch sind auch die Sehenswürdigkeiten innerhalb eines Tages gesehen. Trotzdem finde ich Nottingham sehr schön, vor allem die Innenstadt. Es ist ratsam am Anfang des Semesters eine Stadtführung mitzumachen. Es gibt auch viele Bars und Clubs, die definitiv sehenswert sind. Man sollte jedoch wissen, dass die Clubs in England früher öffnen und voll sind (ungefähr gegen 10:30 Uhr), aber auch schon gegen 2 Uhr nachts schließen. Nottingham hat eine der größten Restaurantdichten in ganz England, also mangelt es an gutem Essen auf gar keinen Fall. Kleiner Tipp: wenn ihr Italienisch mögt, solltet ihr unbedingt zu Zizzi gehen! Zudem finden auch öfters Veranstaltungen auf dem Markplatz statt, wie zum Beispiel zu Halloween oder der Weihnachtsmarkt (Achtung: die Weihnachtsmärkte in England sind definitiv nicht zu vergleichen mit deutschen!). Am besten kommt man in die Stadt mit dem Bus oder der Tram. Bei dem Bus ist zu beachten, dass man dort passend bezahlten muss, da es kein Rückgeld gibt. Eine weitere praktische Sache, vor allem nach dem Feiern, ist einen Uber zu benutzen. Das ist wie ein Taxi, nur günstiger. Es ist ratsam, sich bereits vor seinem Aufenthalt die Uber-App runterzuladen.

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Studium an der Partnerhochschule:

Nachdem man sich für einen Studiengang beworben hat, wird Kontakt durch den oder die beauftragte*n Mitarbeitende*n aufgenommen. Man muss aus dem Modulkatalog die gewünschten Kurse auswählen und in ein Formular eintragen. Meiner Meinung nach war es sehr schwer und umständlich diesen Modulkatalog zu finden. Jedoch sind die Kurse dann sehr gut beschrieben und erklären auch welche Voraussetzungen man erfüllen muss und in welcher Form die Prüfungsleistung erfolgt.

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Prüfungen:

Nach meiner Erfahrung sind Prüfungen entweder Essays im Semester, Präsentationen oder Klausuren in der zweiwöchigen Klausurphase am Ende des Semesters.

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Wohnen, Nahverkehr, Freizeit und Alltag:

Besonders toll finde ich, dass die University of Nottingham eine Garantie gibt, dass man definitiv einen Wohnheimplatz bekommt, wenn man sich bis zu einem bestimmten Datum bewirbt. Dabei hat man die Auswahl aus Catered Halls und Non-Catered Halls. Man sollte nicht gleich Panik bekommen, wenn man nach zwei Wochen immer noch keine Rückmeldung hat, obwohl es online so angegeben ist. Ich habe meine auch erst ca. anderthalb Monate später bekommen. Bei den Non-Catered Halls lebt man wie in einer WG mit vorzugsweise internationalen Studierenden zusammen und versorgt sich ausschließlich selbst. Ich habe in einer Catered-Hall gewohnt und muss sagen, dass dies ein spannendes, unvergessliches Erlebnis war. Dort kocht man nicht selber, sondern wird mit Frühstück und Abendessen mit einem wechselnden Mealplan versorgt. Das Essen entspricht ungefähr unserem Mensaessen und man hat auch eine kleine Auswahl an Fleisch-, vegetarischen und veganen Gerichten sowie Beilagen, Obst (jedoch hat das nicht unbedingt die beste Qualität) und Dessert. Ich habe in der Sherwood-Hall direkt gegenüber vom riesigen Sportzentrum gewohnt. Für das Mittagessen werden einem wöchentlich 28 Pfund auf die Studierendenkarte geladen, mit der man dann in den Unicafes bezahlen kann. Das Wohnheim ist aufgeteilt in Speisesaal, Aufenthaltsraum mit Fernseher, Tischtennis und Billiard, eine Rezeption, die bereit steht für Fragen und Post/Pakete annimmt, und die sogenannten Blogs. Die Blogs sind verschieden groß und können zwischen zehn und 24 Zimmer enthalten. Diese teilen sich dann mehrere Duschen und Toiletten sowie eine Küche, die ausgestattet ist mit Mikrowelle, Wasserkocher und Toaster. Jedes Zimmer besitzt unter anderem ein Waschbecken und einen kleinen Kühlschrank. Die Universität hat mehrere Campus und auf allen befinden sich beide Wohnheimtypen. Es ist natürlich auch möglich in der Stadt zu wohnen, jedoch habe ich niemanden von den internationalen Studierenden kennengelernt, der diese Möglichkeit in Anspruch genommen hat. Ich war sehr glücklich, dass ich in eine Catered-Hall eingeteilt wurde, da man dort vorranging mit englischen Studierenden zu tun hat. In Nottingham ist es üblich, dass Studierende aus dem ersten Jahr in Catered-Halls untergebracht werden und ab dem zweiten Jahr in WGs in die Stadt ziehen. Deshalb muss einem klar sein, dass, wenn man sich auf eine Catered-Hall bewirbt, man mit meist 18- bis 19-Jährigen zusammenwohnen wird. Für mich war das absolut kein Problem. Ich hatte die besten Mitbewohner*innen, die ich mir hätte wünschen können und bin super mit ihnen klargekommen. Engländer*innen haben sowieso eine sehr freundliche und offene Art. So saßen wir oft abends zusammen und haben Süßigkeiten/Gerichte aus unseren Ländern probiert und gegessen, sowie Filme geschaut oder einfach nur erzählt. Das Abendessen im großen Speisesaal hat immer eine gute Möglichkeit gegeben neue Leute kennenzulernen oder mit sich mit denen, die man schon kannte, zu unterhalten.

Zum Start des Semesters wirst du sehr, sehr viele Leute kennenlernen, da so gut wie jeder neu ist und Anschluss sucht. Ich kann jetzt nur von meinen Erfahrungen mit den Catered-Halls sprechen, jedoch ist das eine sehr gute Möglichkeit neue Leute und vor allem Engländer*innen kennenzulernen. Desweiteren wirst du viele neue Leute in deinen Kursen, Sportmannschaften, Societies und auf Reisen kennenlernen. Eine weitere Möglichkeit sind Facebookgruppen, in denen man schon vorab mit Leuten in Kontakt kommen kann. Schau also auf jeden Fall schon einmal auf Facebook nach Gruppen für deinen Studiengang oder deine Hall. Oft kann man so schon mit Leuten schreiben, die du sowieso bald kennenlernst oder die vielleicht die gleichen Fragen haben wie du.

Nutze die Zeit auf jeden Fall um zu reisen und etwas von Großbritannien zu sehen, du wirst es nicht bereuen! Besonders ans Herz legen kann ich dir die Organisation UKCitylife. Sie bietet jedes Wochenende Trips in verschiedene Städte oder manchmal auch Wochenendreisen zu einem günstigen Preis an. Dort enthalten sind der Transport, eine Stadtführung und Freizeit. Ohne diese Organisation hätte ich nur halb so viel gesehen. So besuchte ich unter anderem Oxford, Liverpool, York, Bath, Wales, Schottland und vieles mehr. Es lohnt sich also auch schon vorher etwas anzusparen, da England verhältnismäßig teuer ist und der Erasmuszuschuss nicht reichen wird.

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Warum eignet sich die Universität besonders für CE-Studierende?

Ich habe Nottingham für mein Auslandsemester gewählt, da ich in einem englischsprachigen Land mein Auslandssemester absolvieren wollte und mir die Kursauswahl von den englischen Partnerunis am besten gefallen hat. Bei meiner Kursauswahl ist bereits zu erkennen, dass ich mich entschieden habe, mich im Bereich Kulturwissenschaften zu profilieren. Dafür war die University of Nottingham bestens geeignet, da es eine große Auswahl an kulturwissenschaftlichen Kursen gab. Für den Profilierungsbereich Wirtschaftswissenschaften ist die Universität ebenfalls gut geeignet. Für diesen Bereich gibt es sogar einen extra Campus. Ich habe Freunde, die dort Business & Economics studiert haben und sehr begeistert waren. Es gibt viele interessante Kurse und ich bin sehr glücklich mit meiner Auswahl, besonders mit den beiden Art-Kursen. Im Zusammenhang mit meinem anschließenden Praktikum im Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg bin ich mir nun sicher, dass ich später einmal beruflich in diese Richtung gehen möchte. Dabei haben mich die Kurse in Nottingham bereichert und bestärkt. Die Qualität der Lehre ist zudem sehr gut. Mit den Dozierenden gibt es ein sehr vertrautes Verhältnis und alle waren sehr darauf bedacht, dass jede*r die Kursinhalte versteht. Zudem ist die Universität auch technisch sehr ausgereift.

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Fazit:

Abschließend kann ich sagen, dass mein Auslandssemester einfach der Wahnsinn war. Ich hätte nie gedacht, wie schön es werden würde und wie sehr es mich bereichert. Ich habe so viele tolle Erfahrungen gemacht und so viel vom Land gesehen. Zudem habe ich Freunde fürs Leben kennengelernt, die es mir schwer gemacht haben, wieder zu gehen. Man baut sich ein neues Leben in der Zeit auf, und natürlich wird es mal schwer, aber ich bin froh, dass ich den Schritt aus meiner Komfortzone gewagt habe. Ich wurde mehr als belohnt dafür. Und die Zeit vergeht schneller als man denkt, viel schneller.

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Letzte Änderung: 04.05.2020 - Ansprechpartner: MA Carsten Kullmann