Kustodie-Projekt OVGU

Hier finden Sie alle Informationen zum Kustodie-Projekt der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg.

Das Projekt

Die Teilprojekte

Lehr- und Lernkonzept

Kontakt

 

Das Projekt

Was ist eine Kustodie?

An den meisten deutschen Universitäten gibt es Sammlungen, die Zeugnis der Wissens- und Wissenschaftsgeschichte sind und in zahlreichen Disziplinen eine Grundlage für innovative Forschungserkenntnisse bilden. Sie werden außerdem als Anschauungsobjekte für die Vermittlung von Lehrinhalten herangezogen. Das Spektrum reicht von Daten, Archiven und Bibliotheken bis hin zu technischen und physikalischen Geräten, mathematischen und anatomischen Modellen, mechanischen Prototypen und psychologischen Versuchsapparaturen, Werkstoffen und Naturalien, Elektromaschinen und Computertechnik sowie Lehrtafeln und Kartenmaterial, Fotografien und Gemälden, Skulpturen und Gebäuden.
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„Uniporta“ mit Campus-Lageplan

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg: „Uniporta“ von Joachim Dimanski und Josef Bzdok mit Campus-Lageplan.

 

Idee

Das 25-jährige Jubiläum der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg 2018 bot Gelegenheit, diese materialen Überlieferungen der zusammengeschlossenen Magdeburger Technischen Universität, der Pädagogischen Hochschule und der Medizinischen Akademie kulturhistorisch aufzuarbeiten und nachhaltig für Forschung und Lehre nutzbar zu machen. Nach einer Initiative des Magdeburger Glaskünstlers Reginald Richter setzte die Studiengangsleitung des neuen Studiengangs Cultural Engineering, Prof. Susanne Peters und Dr. Nora Pleßke, in Zusammenarbeit mit dem Prorektorat für Studium und Lehre ein studentisches "Kustodie-Projekt OVGU" auf. Ziel des Kustodie-Projektes ist es, das universitäre Kulturgut zu erschließen, aufzuarbeiten und die Ergebnisse auch einer nicht-wissenschaftlichen Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
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Amtskette

Das wichtigste Schmuckstück des Rektors: die Amtskette.

 

Ziel

Seit dem Wintersemester 2018/19 arbeiten Studierende in disziplinenübergreifenden Projekten daran mit, das akademische Erbe der OVGU und ihres eigenen Faches zu erschließen. Das Projekt bietet vielfältige Möglichkeiten integrativer und interdisziplinärer Verschränkung, z.B. wissenschaftshistorische und genderspezifische Aufarbeitung naturwissenschaftlicher Lehrtafeln, Erstellung einer Datenbank der Sammlungen mit 3-D Abbildungen relevanter Objekte, kulturelle Inszenierung mechanischer Geräte ähnlich der (Kultur-)Technikausstellung im Jahrtausendturm. Dazu werden innovative Lehr- und Lernkonzepte entwickelt.
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Theorie und Praxis

Von der Theorie in die Praxis: Die Teilprojekte machen Universitätsgeschichte durch Objekte greifbar.

 

Konzept

Im ersten Projektjahr bekommen die Studierenden einen Einblick in die unterschiedlichen Aufgaben- oder Themenbereiche bei der Erschließung, Aufarbeitung und Präsentation des akademischen Erbes und es steht ein Überblick über die universitäre materielle Kultur im Fokus. In einem zweiten Turnus wird die Aufarbeitung unterschiedlich fachlich verorteter Teilsammlungen der Universität angestrebt, um in einem dritten Jahr eine spezifische Inventarisierung sowie Digitalisierung der Sammlungen anzugehen. Somit kommt es zu einer schrittweisen fachwissenschaftlichen, verantwortungsbewussten und öffentlich-wirksamen Aufarbeitung des universitären Erbes durch die Studierenden. Die Sammlungen schaffen so weiterhin Anreize, um Wissenschaft und Studium in der Universitätsgeschichte zu reflektieren und wiederum in neue Lehrkonzepte oder Forschungsfragen transferiert werden. Schlussendlich kann sich diese studentisch geführte, informelle Kustodie zu einem öffentlich sichtbaren Alleinstellungsmerkmal der OVGU entwickeln.
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Archimedes Karteikarte

Alte Inventarkarte der Archimedes-Statue des Berliner Künstlers Gerhard Thieme gegenüber der Universitätsbibliothek.

 

Die Teilprojekte

Objektbiographien - 25 Jahre OVGU (WiSe 2018/19)

Im Wintersemester 2018/19 galt es im Teilprojekt "Objektbiographien 25 Jahre OVGU" paradigmatische Objekte aus dem Fundus der Universitätsgeschichte herauszusuchen, aus unterschiedlichen Perspektiven zu erforschen, Objektbiographien zu verfassen und diese in verschiedenen Formaten öffentlich wirksam zu inszenieren Vom 25. Mai bis 25. Juni 2019 wurden im Rahmen der Ausstellung „25 Jahre Otto-von-Guericke-Universität in Objekten“ die erarbeiteten Biographien präsentiert. Am Studieninformationstag sowie zur Langen Nacht der Wissenschaften gab es verschiedene Workshops und thematische Führungen. Die Geschichte(n) ausgewählter 25 Objekte können Sie auf der Website „Kustodie-Projekt: 25 Objects“ erkunden.
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Logo 25 Objects

25 Jahre Otto-von-Guericke-Universität in Objekten.

 

Inszenierungen von Kunst auf dem Campus (SoSe 2019)

Im Sommersemester 2019 lag der Fokus auf den unterschiedlichen Kunstsammlungen und Kunstgegenständen der OVGU. Das Teilprojekt mit dem Thema "Inszenierungen von Kunst auf dem Campus" widmete sich der Uni aus kulturwissenschaftlicher, kunstwissenschaftlicher und künstlerischer Perspektive. In Bezugnahme auf die ursprüngliche Idee einer Kunst-Kustodie erfolgte eine Zusammenschau der vielfältigen Kunstobjekte an der OVGU, wie architektonische Denkmäler (z.B. Gebäude 04), architektonische Kunst (z.B. das zum Bauwerk 2013 gewählte Hörsaalgebäude 6.), Kunst am Bau (z.B. die Skulptur "Mikado" von Thomas Gatzky, s.u.), Plastik und Skulpturenensemble im Freiraum (z.B. der Archimedes), bildende Kunst (z.B. Aquarelle), wissenschaftliche Kunstformen (z.B. anatomische Zeichnungen), aber auch populäre und kommerzielle Mediengestaltung (z.B. Werbegraphiken). Neben dem Instawalk weist ein Jahreskalender zum Thema „Neue Perspektiven“ auf die Kunst am Campus hin.
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Natur und Technik

Kunst am Bau findet sich an der Mensa des Universitätscampus: Die gläserne Mosaikfront „Natur und Technik“ von Marga und Oskar Hamann.

 

Zusammenschau medizinischer Sammlungen (SoSe 2020)

Im Sommersemester 2020 wurde die Aufarbeitung der medizintechnischen Sammlungen der OVGU in den Blick genommen. Aufgrund der Auswirkungen des SARS-CoV-2-Virus verschob sich die Reihe der Mini-Workshops sowie die Einführungsveranstaltung auf das Sommersemester 2021. Letztere bildet ein Blockseminar, das den interdisziplinären und innovativen Ansatz der Medical Humanities behandeln und im kommenden Sommer von dem renommierten Medizinhistoriker und Medizinethiker Prof. Dr. Heinz-Peter Schmiedebach von der Charité Berlin gehalten wird. Im Rahmen von Mini-Workshops werden dann Themen wie Medizingeschichte, Medizinethik, Medizintechnik, Genderfragen und Medizin, Kunst und Medizin, Literatur und Medizin sowie medizinische Sammlungen aus unterschiedlichen fachlichen und berufsbezogenen Perspektiven betrachtet. Neben den verschobenen Veranstaltungen findet das Objekt-Labor zur Erschließung und Aufarbeitung der medizintechnischen Sammlung statt. Das Objekt-Labor vertieft methodisch-praktische Einblick, in dem in Kooperation der Studiengänge B.A. Cultural Engineering (FHW) und B.A. Medizintechnik (FEIT) die Sammlung medizintechnischer Geräte in Form eines Wiki aufgearbeitet wird.

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Tur BCH 50

Das Hochfrequenz Chirurgiegerät Tur BCH 50 ist eines der 25 Objekte, dass im Wintersemester 2018/19 aufgearbeitet wurde.

 

Anschlussprojekte in Forschung und Lehre

Durch die Kooperation zwischen Studiereden verschiedener Fachrichtungen sowie externen Partnern der Magdeburger Kunst- und Kulturszene sollen sich Anschlussprojekte ableiten bzw. mittelfristig selbstinitiierte Teilprojekte zu Sammlungen und Objekten der OVGU generieren. Durch die fächerübergreifenden studentischen Teilprojekte kann das universitäre Kulturgut als Infrastruktur der Forschung und Lehre an der OVGU erschlossen werden und langfristig weitere Innovationen in Studium und Lehre anstoßen.
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Barrikadenkämpfe

Teil der historischen Lehrkartensammlung der Kustodie: „Barrikadenkämpfe 1848 in Berlin“ nach einem Gemälde von Hans Mocznay.

 

Lehr- und Lernkonzept

Projektmodule

Studierende aller Fakultäten und Fachbereiche der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg sind ganz herzlich eingeladen, sich am Kustodie-Projekt OVGU zu beteiligen. Die Veranstaltungen zu den o.g. Teilprojekten bieten im Bereich der Lehre nicht nur eine intensivierte Integration von Geistes-/Gesellschaftswissenschaften mit den Natur-/Ingenieurwissenschaften. Durch die Erarbeitung von eigenständigen Teilprojekten werden die Fähigkeiten der Studierenden zur Formulierung, Strukturierung und Recherche interdisziplinärer Fragestellungen, zur eigenständigen, vermittlungs- bzw. produktorientierten Forschung, zur Planung, Durchführung, Präsentation transdisziplinär angelegter Projekte sowie zur wissenschaftlichen Selbstreflexion und zur Evaluation eigener Arbeitserfahrungen ausgebildet. Außerdem werden Teamfähigkeit und Kommunikationskompetenzen gefördert und die interdisziplinäre Vernetzung über die Fakultätsgrenzen hinweg gestützt. Die hier skizzierten Projektmodule bieten einen praktischen Einblick in die unterschiedlichen Aufgaben- oder Themenbereiche bei der Erschließung, Aufarbeitung und Präsentation des akademischen Erbes.
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Aufstellung Vakuumversuche

Die Aufstellung der Otto-Vakuumversuche im Gebäude 16 des Instituts für Chemie und Experimentelle Physik.

 

Material Culture Studies

Das interdisziplinäre Arbeitsfeld der Material Culture Studies, das an der OVGU am Lehrstuhl für Anglistische Kultur- und Literaturwissenschaft verortet ist, bietet für das Kustodie-Projekt grundlegende und spannende methodische Zugänge auch für Studierende aus den Gesellschafts-, Natur-, Ingenieur- und Medizinwissenschaften. Das im Rahmen des Pflichtstudienprogramms für Cultural Engineering im Wintersemester 2018/19 angebotene Seminar "Material Culture Studies" erkundet gängige Methoden und Theorien der Cultural Studies mit Blick auf materielle Kultur. Dieses Seminar steht allen Teilnehmenden des Kustodie-Projekts aller Fachrichtungen offen und kann sowohl für den Wahlpflichtbereich, die nichttechnischen Wahlpflichtfächer (NTW) als auch den optionalen Bereich mit in der Regel 5 CP anerkannt werden. In den geplanten Projektseminaren des Kustodie-Projekts haben sie dann die Möglichkeit diese analytisch zu durchdringen, praktisch anzuwenden und kreativ umzusetzen.
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Maschinenmodellsammlung

Maschinenmodellsammlung im Gebäude 11.1 des Instituts für Maschinen und Antriebstechnik.

 

Mini-Workshops

In Mini-Workshops werden von externen Expert*innen und Dozierenden der OVGU praktische Handhabungen materieller Kultur aus unterschiedlichen fachlichen und berufsbezogenen Perspektiven vermittelt und können auch direkt erprobt werden. Die an den beiden o.g. Teilprojekten ausgerichteten, sammlungsrelevanten Arbeitsbereiche (u.a. Arbeit einer Kustodie, Wissenschafts- und Technikgeschichte, Sammlungen und Kultur, Provenienzforschung, Gestaltungspolitik, Technik und Ästhetik, Objektfotografie, Museumspraxis, etc.) werden ergänzt durch die Forschungsperspektiven der an OVGU vertretenen Disziplinen (z.B. Bibliotheks- und Archivwesen, Dinge als Medien, historische Hilfswissenschaften, Gender und Dinge, Philosophie der Dinge, Konsumsoziologie, etc.).

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Mini-Workshops

Die Teilprojekte werden jeweils von Mini-Workshops verschiedener Dozierenden und Expert*innen begleitet.

 

Objekt-Labor

Insgesamt vertieft wird dieser methodisch-praktische Einblick durch das parallel im Semester stattfindende Objekt-Labor, in dem die Studierenden sich wissenschaftlich und praktisch mit ausgewählten Dingen aus der akademischen Sammlung der Universität beschäftigen. Das Objekt-Labor bietet einen Explorationsraum, in dem sich die Studierenden im interdisziplinären Projektteam auf Grundlage des übermittelten Basiswissens eigenständig, begleitet durch Tutor*innen in der Funktion von Projektleiter*innen, der zielorientierten Aufarbeitung eines Teilbereichs der universitären Sammlung widmen. Hier können sich Studierende selbst auf Spurensuche begeben, im Objekt-Labor in interdisziplinären Teams konkrete Objekte aus der OVGU-Sammlung aufarbeiten, um diese am Schluss einer größeren wissenschaftlichen und außeruniversitären Öffentlichkeit vorzustellen.
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Sichtung Medizintechnik

Im Objektlabor der medizintechnischen Sammlung: Studentinnen untersuchen ein Pneumothorax-Gerät.

 

Exkursionen

Im Rahmen des Kustodie-Projekts finden regelmäßig Exkursionen statt. Beispielsweise besichtigten im Februar 2019 die Teilnehmenden die Kustodie der Technischen Universität Dresden, und erfuhren so mehr über die dortige Ausstellung, den Umgang mit Kunst am Campus und die Farbausstellung in der Fakultät für Chemie und Lebensmittelchemie. Im Juli 2019 besuchten die Teilnehmenden verschiedene Museen in Berlin, darunter das Museum für Fotografie sowie das Bode Museum.
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Exkursion Dresden

Dauerausstellung der Kustodie Dresden mit der Direktorin Frau Kirsten Vincenz und Studierenden der OVGU.

 

Thematische Seminare

Zur wissenschaftlichen Begleitung der Teilprojekte sollen in Zukunft auch aus anderen Fachbereichen Seminare geöffnet resp. angeboten werden. Im Sommersemester 2019 hat Frau Luciana Tamas mit ihrem Blockseminar „Kunst und ihre Anhaltspunkte“ ein zusätzliches Angebot zum Thema Kunst auf dem Campus unterbreitet. Im Sommersemester 2021 wird Herr Prof. Dr. Heinz-Peter Schmiedebach von der Berliner Charité durch ein Blockseminar zu den Medical Humanities das Teilprojekt zur Zusammenschau medizinischer Sammlungen ergänzen.
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Lehrcomputersammlung

Lehrcomputersammlung der Informatik im Keller des Fakultätsgebäudes, darunter auch der NeXTCube Rechner.

 

Präsentationen

Am Ende der jeweiligen Projektphasen werden die Ergebnisse einem breiten Publikum präsentiert, u.a. in Form von Ausstellungen, Veranstaltungen und Publikationen (z.B. Radio Podcast, Ausstellungen, Fotokalender, Postkarten, Campuskarten, Kataloge, Social Media Veröffentlichungen, dokumentarische Videos, 3D-Druck-Objekte, moderne Kunstformen o.ä.).
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Wimpel

Die Postkarte zeigt den Wimpel, der aus dem Traditionskabinett der Medizinischen Fakultät entstammt.

 

Leistungsanerkennung

Die Kustodie-Veranstaltungen können über den Modulkatalog Schlüsselkompetenzen belegt werden und können Studierenden aller Fachrichtungen für den Wahlpflichtbereich, den Bereich nichttechnischer Wahlpflichtfächer oder den optionalen Bereich in der Regel mit 10 CP anerkannt werden. Ggf. werden die jeweiligen Kurse auch für weitere studienbezogene Module geöffnet (siehe LSF). Die Studierenden des B.A. Cultural Engineering dokumentieren, so wie im Modulhandbuch vorgesehen, ihre Lernergebnisse in einer Projektmappe. Der von ihnen absolvierte Workload im Rahmen der Teilprojektarbeit wird im Projektmodul (PM 38) angerechnet.
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Studierendensekretariat

Im Studierendensekretariat finden sich Fotografien der aufgearbeiteten Objekte aus dem Projekt „25 Objects“. 

Kontakt

Ansprechpartnerin

Bei Fragen zum Projekt, Vorschlägen für Sichtungen, Interesse an Mitgestaltungen oder Projektkooperationen kontaktieren Sie bitte Dr. Nora Pleßke.
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Presse

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Letzte Änderung: 16.09.2020 - Ansprechpartner: MA Carsten Kullmann