Hinweise zum Projekt

Im Gegensatz zu den meisten Bachelorstudiengängen in Deutschland umfasst das Studium Cultural Engineering acht Semester. Im Arbeitsumfang eines vollen Semesters (30 CP) widmen sich die Studierenden transdisziplinären Projekten mit gesellschaftlicher Relevanz.

 

Ziele

Hauptziel des Projektmoduls ist es, die spezifischen Fertigkeiten eines Cultural Engineers mit seinen Schnittstellenkompetenzen anhand von transdisziplinär angelegen Projekten auszubilden. Grundlegend dabei ist es, kulturelle Prozesse oder Probleme zu identifizieren, Theorien und Methoden der Kulturwissenschaft mit denen der Logistik, Wirtschaftswissenschaften und Informatik zu kombinieren und schließlich in Projekten mit gesellschaftlicher Relevanz zur Anwendung zu bringen. Dabei kann es sich um forschungsorientierte Projekte im universitären Rahmen handeln oder z.B. um Events der Kulturindustrie in Kooperation mit externen Partnern. Es sollen so die Fähigkeiten zur Formulierung, Strukturierung und Recherche kultureller Fragestellungen, zur eigenständigen, vermittlungs- bzw. produktorientierten Forschung, zur Planung, Durchführung, Präsentation interdisziplinär angelegter Projekte sowie zur wissenschaftlichen Selbstreflexion und zur Evaluation eigener Arbeitserfahrungen ausgebildet werden. So werden auch Teamfähigkeit und Kommunikationskompetenzen gefördert. Zu den Projektmodulen gehört eine Einführung ins Projektmanagement (PM 37) mit 5 CP und Projektarbeit (PM 38) im Umfang von 25 CP.

 

Einführung ins Projektmanagement

Zu Beginn des zweiten Studienjahrs erhalten die Studierenden in einem Blockseminar im Umfang von 3 SWS eine Einführung in die Grundlagen des Projektmanagements gemäß des PMI Standards. Es ermöglicht ihnen, die Unterschiede verschiedener Projekttypen im kulturellen Bereich zu erkennen und befähigt sie, SMARTe Projektziele zu definieren, einen Projektplan entlang der Hauptprojektphasen zu erarbeiten und die Projektorganisation entsprechend auszurichten. Zudem stehen Projektsteuerungsmethoden sowie Grundprinzipien von Teamführung im Zentrum der Schulung. Neben der Erarbeitung von Beispielprojekten soll ein Projektplan für ein eigenes Teilprojekt erstellt werden.

 

Projektformate

Das Projekt kann über mehrere Semester, auch kumulativ, durchgeführt werden. Dabei eröffnen sich vielfache Möglichkeiten an der Universität und in Kooperation mit externen Partnern.

Projektseminare

Gerade in den ersten Semestern empfiehlt es sich, das Angebot von Projektseminaren der am Studiengang beteiligten Fächer und Fakultäten der OVGU wahrzunehmen. Diese haben meist einführenden Charakter in die fachspezifische Projektarbeit, z.B. in den Kulturwissenschaften, dem IT-Management, der Logistik oder den Wirtschaftswissenschaften. Aus dem regelmäßigen Studienprogramm werden empfohlen:

Studienprojekte

Zudem können eigenständig geplante und empirisch verortete Studienprojekte durchgeführt werden. Ziel des Studienprojekts ist es, sich durch selbstständige Recherche ein kulturwissenschaftliches Thema (d.h. eine gesellschaftliche, wirtschaftliche, politische, kulturelle, geographische etc. Fragestellung) zu erarbeiten. Grundprämisse ist dabei die Identifikation aktueller kultureller Phänomene oder Problemlagen, die in diesen Kurzprojekten mit wissenschaftlicher Basis durchdrungen werden. Es bieten sich dabei vor allem Analysen während des Auslandsstudiums an, die das Fremdkulturverstehen fördern, aber auch Studien, die kulturell-wirtschaftliche Aspekte vor Ort in Magdeburg kulturanthropologisch respektive sozialempirisch erkunden.

Studienprojekte sollten im Vorhinein mit der Studiengangsleitung abgesprochen werden und werden idealerweise durch eine Hochschulkraft betreut. Die empirische Projektphase sollte ca. fünf bis zehn Tage umfassen. Die Ergebnisse sollten in Form eines Studienprojektberichts zusammengefasst werden. In der Regel soll der Studienprojektbericht ca. zehn Seiten Fließtext im gängigen Format einer wissenschaftlichen Hausarbeit umfassen, thematisch geordnet sein und selbst erarbeitete empirische Daten einbeziehen. Der Bezug auf relevante wissenschaftliche Literatur ist durch ein (kurzes) Literaturverzeichnis am Ende des Berichts zu erbringen.

Universitäre Projekte

Darüber hinaus gibt es vielfältige Möglichkeiten, Einzel- und Teamprojekte im Rahmen universitärer Einrichtungen durchzuführen, u.a.:

  • Teilprojekte innerhalb des "Kustodie-Projekt OVGU"
  • Organisation und Durchführung einer eigenen Studierendenkonferenz, Podiumsdiskussionen oder Filmfesttagen zu kulturwissenschaftlichem Thema mit gesellschaftlicher Relevanz
  • Engagement mit konkretem Projektbezug in der CE-Fachschaft, dem Kulturreferat des Studierendenrats oder anderen studentischen Gruppen
  • Magdeburger Symposium: Der 2013 gegründete gemeinnützige Verein Symposium Magdeburg e.V. ist eine Initiative von Studierenden der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Sein Zweck ist die Förderung politischer Bildung junger Menschen.
  • KanTe e.V. steht für "Kultur auf neuem Terrain erleben" und ist als gemeinnütziger Verein eine Plattform für kreative Kulturprojekte in und für Magdeburg. Die unkonventionellen Projekte des Vereins fokussieren eine Bereicherung des Magdeburger Kulturangebots auf breiter Ebene.
  • Storm e.V. : Die Studentische Organisation für Marketing bietet in Kooperation mit regionalen Unternehmen Studierenden die Möglichkeit, theoretisches Wissen praktisch umzusetzen.
  • Mitarbeit in Projekten und Initiierung von Projekten im Rahmen des Nachhaltigkeitsbüros
  • Konkrete Projektarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft mit dem Transfergutscheinprogramm des Landes Sachsen-Anhalt am Transfer- und Gründerzentrum
  • Projektarbeit in den Bereichen Logistik, Wirtschaftsinformatik und Sozialinnovation am An-Institut Metop
Projekte mit externen Partnern

Besonders zu empfehlen ist, sich spätestens nach dem Auslandssemester, Kulturprojekten mit oder von außeruniversitären Partnern zuzuwenden. Dies ergänzt die wissenschaftliche Profilierung sowie die praktische Kompetenzentwicklung. Studierende lernen Projektmanagement im kulturellen Bereich oder in Wirtschaftsorganisationen, entwickeln Projekte im Bereich der Kulturpolitik und Kulturindustrie, werben Sponsoren ein und erstellen Abrechnungen, entwerfen künstlerische Konzepte und organisieren den Ablauf. Dabei bieten Sachsen-Anhalt und Magdeburg Orte vielfältiger Möglichkeiten:

  • Die INSEL ist ein Ort der Erholung im Adolf-Mittag-See des Magdeburger Stadtparks und bietet im Juni jeden Jahres über mehrere Tage ein breit aufgestelltes Kulturprogramm mit Konzerten, Barbetrieb, Sport, Familienprogramm, Theater u.v.m.
  • f/12 ist ein Fotowettbewerb, der konsequent auf analoge Technik setzt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer machen in 24 Stunden zu 12 Themen jeweils ein Foto mit einem 12er-Film. Die Ergebnisse werden in einer Wanderausstellung in der Stadt vorgestellt.
  • Interkultureller Garten im Stadtteil Neue Neustadt bringt Jung wie Alt, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zusammen, um die vielen brach liegenden Flächen zu nutzen und aktiv zu gestalten.
  • Im Stadtfeld // Geschäftstraßenmanagement stärkt die Stadtteilzentren um die Diesdorfer Straße und die Olvenstedter Straße als attraktiven Lebensraum – für Händler, Gewerbetreibende, Anwohner und Besucher. Kleinere Projekte, Ideen und Vorhaben von Einzelpersonen, Vereinen und Gruppen aus Magdeburg Stadtfeld Ost und West können mit bis zu 50% der Gesamtkosten gefördert werden.
  • Künstlerstadt Kalbe betreibt eine nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung und setzt mittels Kunst und Kultur Impulse für innovative Entwicklungen. Regelmäßig werden u.a. für die Organisation ihres "Potentiale Festivals" Kulturwissenschaftler/innen gesucht. Studierende erhalten ein Stipendium und ein Projektgeld, was es ihnen ermöglichen soll, ein eigenes Projekt für die Stadt zu initiieren.
  • LeseZeichen veranstaltet Lesungsreihen, welche (über)regionalen AutorInnen und literaturbegeisterten Magdeburger*innen eine Bühne zum Vorlesen bietet.
  • Living Room Gallery ist ein Event, bei dem für ein paar Stunden ein Wohnzimmer in eine bunte Kunstausstellung verwandelt wird. Regionale Künstler stellen ihre Werke in lässiger Atmosphäre und bei guter Musik in Magdeburg aus.
  • Pappsatt steht im Zeichen der Nachhaltigkeit und soll zu einem bewussteren Umgang mit dem Konsum von Lebensmitteln bewegen. Beim Freiluft-Kochen in der Stadt Magdeburg werden Obst- und Gemüsespenden zubereitet, die das Team von Bioläden, Supermärkten und regionalen Gemüse- und Obstbauern/-händlern erhalten hat.
  • Silbersalz – Future Science Media ist ein Wissenschaftsfilmfestival in Halle/Saale. In begleitenden interaktiven Formaten, v.a. am Jugendtag des Festivals, werden Geschichten aus der Wissenschaft erzählt und Besucher in Zukunftsszenarien entführt.
  • Upgrade-Festival ist ein internationales Musik- und Kunstfestival im Herzen Magdeburgs, welches eine interkulturelle und soziokulturelle Plattform für Menschen aus verschiedenen europäischen Ländern schafft.
  • "Urst Urbanes Straßenfest" in Stadtfeld fand 2018 anlässlich des Tags der Städtebauförderung zum zweiten Mal statt. Alle Bürger waren eingeladen, Raum neu zu erleben und vor allem mitzugestalten und der Frage nachzugehen, wie man künftig hier leben will. Verantwortlich zeigen sich GWA Stadtfeld Ost und der Bürger für Stadtfeld e.V.

Weitere, auch überregionale Beispiele finden sich in der Projektdatenbank. Es empfiehlt sich, die Projektwahl vorab kurz mit der Studienfachberatung abzusprechen. Anerkannt wird der Workload entsprechend der absolvierten Arbeitsstunden für die eigene Projektarbeit, nachzuweisen in der Projektmappe.

Neben der "Einführung ins Projektmanagement" im 3. Semester unterstützt das Schlüsselqualifikationsmodul PM 45 "Wissenschaftliche Identität und Haltung" im 4. Semester die Entwicklung eines disziplinären Selbstverständnisses als Kulturwissenschaftler*innen sowie interdisziplinäre Kommunikation sowie Kreativitätstechniken zur Entwicklung von Forschungsideen und Praxisprojekten. Die Seminare in PM 46 "Kommunikationstraining" (z.B. "Moderations- und Kommunikationstraining", "Organisations- und Personalentwicklung für Teamarbeit") fördern zudem projektrelevante Kompetenzen wie Rhetorik, Moderation und Präsentationstechniken.

 

Projektmappe

Die Projektarbeit wird in einer Projektmappe dokumentiert. Ziel ist es, die Projekte von der Planung bis zum Abschluss zu dokumentieren, den Workload und die geleisteten Arbeitsstunden zu belegen sowie gewählte Methoden und eigene Aufgaben zu reflektieren. Eine Hilfestellung für das Verfassen Ihrer Projektmappe bietet Ihnen unser Projektleitfaden.

Die Projektmappe sollte u.a. folgende Punkte umfassen:

  • Deckblatt
  • Kurzübersicht aller Projekte: Name, Dauer, Arbeitsaufwand, Aufgabe
  • Einzelprojektdarstellung: Kurzzusammenfassung des Projekts, Ziele und gesellschaftliche Relevanz, Projektplan/-phasen, Zeitkontoführung, Erläuterung der Aufgabenbereiche, Reflektion über die Lessons Learned
  • Appendix: Anschauungsmaterial aus dem Projekt wie Flyer, Bilder, Posterentwürfe, Social Media Einträge, Zeitungsartikel, etc.

 

Projektpräsentation

Die Ergebnisse eines Großprojektes oder auch mehrere Teilprojekte müssen im Rahmen von öffentlich-wirksamen Veranstaltungen der Universität oder des Studiengangs vorgestellt werden.

Aktuelle Möglichkeiten zur Projektpräsentation werden auf unserer Website bekannt gegeben. Neben Vorträgen können wissenschaftliche Poster, aber auch andere Ausstellungsformate als Präsentationsform genutzt werden.

 

Anerkennung

Unter Vorlage der Projektmappe inklusive Nachweis des Gesamtarbeitspensums von 750 Stunden sowie über die Projektpräsentation wird von der Studienfachberatung ein Studiennachweis über 25 CP ausgestellt.

 

Letzte Änderung: 05.09.2018 - Ansprechpartner:

Sie können eine Nachricht versenden an: MA Carsten Kullmann
Sicherheitsabfrage:
Captcha
 
Lösung: