Kustodie-Projekt OVGU

Hier finden Sie alle Informationen zum Kustodie-Projekt der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg.

Das Projekt

Die Teilprojekte

Lehr- und Lernkonzept

Kontakt

 

Das Projekt

Was ist eine Kustodie?

An den meisten deutschen Hochschulen gibt es Sammlungen, die Zeugnis der Wissens- und Wissenschaftsgeschichte sind und in zahlreichen Disziplinen eine Grundlage für innovative Forschungserkenntnisse bilden. Sie werden außerdem als Anschauungsobjekte für die Vermittlung von Lehrinhalten herangezogen. Das Spektrum reicht von Daten, Archiven und Bibliotheken bis hin zu technischen und physikalischen Geräten, mathematischen und anatomischen Modellen, mechanischen Prototypen und psychologischen Versuchsapparaturen, Werkstoffen und Naturalien, Elektromaschinen und Computertechnik sowie Lehrtafeln und Kartenmaterial, Fotografien und Bildern, Skulpturen und Gebäuden.
[nach oben]

700x281 @ 0,66

 

Projektidee

Das 25-jährige Jubiläum der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg 2018 bot Gelegenheit, diese materialen Überlieferungen der zusammengeschlossenen Magdeburger Technischen Universität, der Pädagogischen Hochschule und der Medizinischen Akademie kulturhistorisch aufzuarbeiten und nachhaltig für Forschung und Lehre nutzbar zu machen. Nach einer Initiative des Magdeburger Glaskünstlers Reginald Richter setzte die Studiengangsleitung des neuen Studiengangs Cultural Engineering, Prof. Susanne Peters und Dr. Nora Pleßke, in Zusammenarbeit mit dem Prorektorat für Studium und Lehre ein studentisches "Kustodie-Projekt OVGU" auf. Ziel des Kustodie-Projektes ist es, das universitäre Kulturgut zu erschließen, aufzuarbeiten und die Ergebnisse auch einer nicht-wissenschaftlichen Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
[nach oben]

Amtskette

 

Ziel

Seit dem Wintersemester 2018/19 arbeiten Studierende in disziplinenübergreifenden Projekten daran mit, das akademische Erbe der OVGU und ihres eigenen Faches zu erschließen. Das Projekt bietet vielfältige Möglichkeiten integrativer und interdisziplinärer Verschränkung, z.B. wissenschaftshistorische und genderspezifische Aufarbeitung naturwissenschaftlicher Lehrtafeln, Erstellung einer Datenbank der Sammlungen mit 3-D Abbildungen relevanter Objekte, kulturelle Inszenierung mechanischer Geräte ähnlich der (Kultur-)Technikausstellung im Jahrtausendturm. Dazu wurden innovative Lehr- und Lernkonzepte entwickelt.
[nach oben]

700x390 @ 0,12

 

Konzept

Im ersten Projektjahr soll den Studierenden ein Einblick in die unterschiedlichen Aufgaben- oder Themenbereiche bei der Erschließung, Aufarbeitung und Präsentation des akademischen Erbes gegeben werden und es steht ein Überblick über die universitäre materielle Kultur im Fokus. In einem zweiten Turnus wird dann die Aufarbeitung unterschiedlich fachlich verorteter Teilsammlungen der Universität angestrebt, um in einem dritten Jahr eine spezifische Inventarisierung sowie Digitalisierung der Sammlungen anzugehen. Somit soll es zu einer schrittweisen fachwissenschaftlichen, verantwortungsbewussten und öffentlich-wirksamen Aufarbeitung des universitären Erbes durch die Studierenden kommen. Die Sammlungen können weiterhin Anreize schaffen, um Wissenschaft und Studium in der Universitätsgeschichte zu reflektieren und wiederum in neue Lehrkonzepte oder Forschungsfragen transferiert werden. Schlussendlich kann sich diese studentisch geführte, informelle Kustodie zu einem öffentlich sichtbaren Alleinstellungsmerkmal der OVGU entwickeln.
[nach oben]

Absolventenverabschiedung_2017

 

Die Teilprojekte

Objektbiographien - 25 Jahre OVGU (WiSe 2018/19)

Im Wintersemester 2018/19 galt es im Teilprojekt "Objektbiographien 25 Jahre OVGU" paradigmatische Objekte aus dem Fundus der Universitätsgeschichte herauszusuchen, aus unterschiedlichen Perspektiven zu erforschen, Objektbiographien zu verfassen und diese in verschiedenen Formaten öffentlich wirksam zu inszenieren Vom 25. Mai bis 25. Juni 2019 werden im Rahmen der Ausstellung „25 Jahre Otto-von-Guericke-Universität in Objekten“ die erarbeiteten Biographien präsentiert. Am Studieninformationstag sowie zur Langen Nacht der Wissenschaften wird es verschiedene Workshops und thematische Führungen geben. Die Geschichte(n) ausgewählter 25 Objekte können Sie auf der Website „Kustodie-Projekt: 25 Objects“ erkunden.
[nach oben]

Logo_25_Objekte

 

Inszenierungen von Kunst auf dem Campus (SoSe 2019)

Im Sommersemester 2019 liegt der Fokus auf den unterschiedlichen Kunstsammlungen und Kunstgegenständen der OVGU. Das Teilprojekt mit dem Thema "Inszenierungen von Kunst auf dem Campus" widmet sich der Uni aus kulturwissenschaftlicher, kunstwissenschaftlicher und künstlerischer Perspektive. In Bezugnahme auf die ursprüngliche Idee einer Kunst-Kustodie soll eine Zusammenschau der vielfältigen Kunstobjekte an der OVGU erfolgen, wie architektonische Denkmäler (z.B. Gebäude 04), architektonische Kunst (z.B. das zum Bauwerk 2013 gewählte Hörsaalgebäude 6.), Kunst am Bau (z.B. die Skulptur "Mikado" von Thomas Gatzky, s.u.), Plastik und Skulpturenensemble im Freiraum (z.B. der Archimedes), bildende Kunst (z.B. Aquarelle), wissenschaftliche Kunstformen (z.B. anatomische Zeichnungen), aber auch populäre und kommerzielle Mediengestaltung (z.B. Werbegraphiken). In möglicher Zusammenarbeit mit Kunst- und Kulturinstitutionen der Stadt soll die Kunst auf dem Campus inszeniert werden, auch durch die Kreation neuer Kunstformen.
[nach oben]

Mikado

 

Anschlussprojekte in Forschung und Lehre

Durch die Kooperation zwischen Studiereden verschiedener Fachrichtungen sowie externen Partnern der Magdeburger Kunst- und Kulturszene sollen sich Anschlussprojekte ableiten bzw. mittelfristig selbstinitiierte Teilprojekte zu Sammlungen und Objekten der OVGU generieren. Durch die fächerübergreifenden studentischen Teilprojekte kann das universitäre Kulturgut als Infrastruktur der Forschung und Lehre an der OVGU erschlossen werden und langfristig weitere Innovationen in Studium und Lehre anstoßen.
[nach oben]

Hörsaal_6

 

Lehr- und Lernkonzept

Projektmodule

Studierende aller Fakultäten und Fachbereiche der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg sind ganz herzlich eingeladen, sich am Kustodie-Projekt OVGU zu beteiligen. Die Veranstaltungen zu den o.g. Teilprojekten bieten im Bereich der Lehre nicht nur eine intensivierte Integration von Geistes-/Gesellschaftswissenschaften mit den Natur-/Ingenieurwissenschaften. Durch die Erarbeitung von eigenständigen Teilprojekten sollen die Fähigkeiten der Studierenden zur Formulierung, Strukturierung und Recherche interdisziplinärer Fragestellungen, zur eigenständigen, vermittlungs- bzw. produktorientierten Forschung, zur Planung, Durchführung, Präsentation transdisziplinär angelegter Projekte sowie zur wissenschaftlichen Selbstreflexion und zur Evaluation eigener Arbeitserfahrungen ausgebildet werden. Außerdem werden Teamfähigkeit und Kommunikationskompetenzen gefördert und die interdisziplinäre Vernetzung über die Fakultätsgrenzen hinweg gestützt. Die hier skizzierten Projektmodule sollen einen praktischen Einblick in die unterschiedlichen Aufgaben- oder Themenbereiche bei der Erschließung, Aufarbeitung und Präsentation des akademischen Erbes bieten.
[nach oben]

Kustodie9

 

Material Culture Studies

Das interdisziplinäre Arbeitsfeld der Material Culture Studies, das an der OVGU am Lehrstuhl für Anglistische Kultur- und Literaturwissenschaft verortet ist, bietet für das Kustodie-Projekt grundlegende und spannende methodische Zugänge auch für Studierende aus den Gesellschafts-, Natur-, Ingenieur- und Medizinwissenschaften. Das im Rahmen des Pflichtstudienprogramms für Cultural Engineering im Wintersemester angebotene Seminar "Material Culture Studies" erkundet gängige Methoden und Theorien der Cultural Studies mit Blick auf materielle Kultur. Dieses Seminar steht allen Teilnehmenden des Kustodie-Projekts aller Fachrichtungen offen und kann sowohl für den Wahlpflichtbereich, die nichttechnischen Wahlpflichtfächer (NTW) als auch den optionalen Bereich mit in der Regel 5 CP anerkannt werden. In den geplanten Projektseminaren des Kustodie-Projekts haben sie dann die Möglichkeit diese analytisch zu durchdringen, praktisch anzuwenden und kreativ umzusetzen.
[nach oben]

700x357 @ 0,47

 

Mini-Workshops

In Mini-Workshops werden von externen Expert*innen und Dozierenden der OVGU praktische Handhabungen materieller Kultur aus unterschiedlichen fachlichen und berufsbezogenen Perspektiven vermittelt und können auch direkt erprobt werden. Die an den beiden o.g. Teilprojekten ausgerichteten, sammlungsrelevanten Arbeitsbereiche (u.a. Arbeit einer Kustodie, Wissenschafts- und Technikgeschichte, Sammlungen und Kultur, Provenienzforschung, Gestaltungspolitik, Technik und Ästhetik, Objektfotografie, Museumspraxis, etc.) werden ergänzt durch die Forschungsperspektiven der an OVGU vertretenen Disziplinen (z.B. Bibliotheks- und Archivwesen, Dinge als Medien, historische Hilfswissenschaften, Gender und Dinge, Philosophie der Dinge, Konsumsoziologie, etc.).

[nach oben]

Archimedes_Karteikarte

 

Objekt-Labor

Insgesamt vertieft wird dieser methodisch-praktische Einblick durch das parallel im Semester stattfindende Objekt-Labor, in dem die Studierenden sich wissenschaftlich und praktisch mit ausgewählten Dingen aus der akademischen Sammlung der Universität beschäftigen. Das Objekt-Labor bietet einen Explorationsraum, in dem sich die Studierenden im interdisziplinären Projektteam auf Grundlage des übermittelten Basiswissens eigenständig, begleitet durch Tutor*innen in der Funktion von Projektleiter*innen, der zielorientierten Aufarbeitung eines Teilbereichs der universitären Sammlung widmen. Hier können sich Studierende selbst auf Spurensuche begeben, im Objekt-Labor in interdisziplinären Teams konkrete Objekte aus der OVGU-Sammlung aufarbeiten, um diese am Schluss einer größeren wissenschaftlichen und außeruniversitären Öffentlichkeit vorzustellen.
[nach oben]

Kustodie4

 

Exkursionen

Am 6. Februar 2019 fand im Rahmen des Kustodie-Projektes eine Exkursion an die Kustodie der Technischen Universität Dresden statt, damit sich die in das Projekt eingebundenen Studierenden über die dortige Ausstellung, den Umgang mit Kunst am Campus und die Farbausstellung in der Fakultät für Chemie und Lebensmittelchemie informieren konnten. Eine weitere projektgebundene Exkursion ist für den Sommer zum Thema Kunstausstellung geplant.
[nach oben]

1000x577 @ 0,89

 

Thematische Seminare

Zur wissenschaftlichen Begleitung der Teilprojekte sollen in Zukunft auch aus anderen Fachbereichen Seminare geöffnet resp. angeboten werden. Im Sommersemester 2019 hat Frau Luciana Tamas mit ihrem Blockseminar „Kunst und ihre Anhaltspunkte“ ein zusätzliches Angebot zum Thema Kunst auf dem Campus unterbreitet.
[nach oben]

Kustodie11

 

Präsentationen

Am Ende der jeweiligen Projektphasen werden die Ergebnisse einem breiten Publikum präsentiert, u.a. in Form von Ausstellungen, Veranstaltungen und Publikationen (z.B. Radio Podcast, Ausstellungen, Fotokalender, Postkarten, Campuskarten, Kataloge, Social Media Veröffentlichungen, dokumentarische Videos, 3D-Druck-Objekte, moderne Kunstformen o.ä.).
[nach oben]

700x356 @ 0,0

 

Leistungsanerkennung

Die Kustodie-Veranstaltungen können über den Modulkatalog Schlüsselkompetenzen belegt werden und können Studierenden aller Fachrichtungen für den Wahlpflichtbereich, den Bereich nichttechnischer Wahlpflichtfächer oder den optionalen Bereich in der Regel mit 10 CP anerkannt werden. Ggf. werden die jeweiligen Kurse auch für weitere studienbezogene Module geöffnet (siehe LSF). Die Studierenden des B.A. Cultural Engineering dokumentieren, so wie im Modulhandbuch vorgesehen, ihre Lernergebnisse in einer Projektmappe. Der von ihnen absolvierte Workload im Rahmen der Teilprojektarbeit wird im Projektmodul (PM 38) angerechnet.
[nach oben]

700x468 @ 0,0

 

Kontakt

Ansprechpartnerin

Bei Fragen zum Projekt, Vorschlägen für Sichtungen, Interesse an Mitgestaltungen oder Projektkooperationen kontaktieren Sie bitte Dr. Nora Pleßke.
[nach oben]

 

Presse

[nach oben]

Letzte Änderung: 28.05.2019 - Ansprechpartner: MA Carsten Kullmann